Kommentar zum Informationsschreiben der Gegner des Hotelstandortes
Unser Kommentar hierzu:
Die Art und architektonische Gestaltung
Auch ein Bild, das dem „Endstadium“ eines Hauses noch gar nicht entspricht kann negative Emotionen hervorrufen. Wer schon mal einen Bauplan eingereicht hat weis, dass er mit aufgemalten Bildern von örtlichen Fassaden-Künstlern, oder mit dargestellten Blumenkästen, gefüllt mit Geranien bei den Entscheidern für oder gegen das Bauvorhaben mehr Sympathien gewinnt, als mit einer nackten Fassadengestaltung. So wird es auch dem Betrachter des Bildes ergehen. Das Bild ruft automatisch negative Gefühle hervor und darf so nicht als Beispiel betrachtet werden. Erst die fertige (Animation) Ansicht kann den Betrachter ein genaueres Bild verschaffen.
Standort Latscheneck, Tonihof, Luttensee,
Standort Latscheneck kann die notwendigen Flächen und Größe eines sich rentierenden Hotels nicht bieten. Private Grundstücksbesitzer müssten hierzu enteignet werden. Bzw. die Gemeinde müsst so viele Flächen zusammen kaufen, dass sie ein entsprechendes Gebiet als Sondernutzungfläche ausweisen kann. Eine Verwirklichung ist hier mit jahrelangen Auseinandersetzungen mit den Naturschützern, Tier- und Vögelschützer und weiteren Gegnern zu erwarten.
Im Bereich Tonihof
ist aufgrund der bislang erfolgten Negativbescheide was die Architektur anbelangt auch nichts zu erwarten. Zudem sich durch die falschgesetzte Priorität - Golfplatz - , bereits massiver Widerstand für eine grundsätzliche Bebauung etabliert hat. Um hier ein gleichgeartetes Hotel errichten zu können würde es ebenso eine neuerliche und lange Auseinandersetzung geben. Die Gegner formieren sich im Hinterstübchen.
Der Bereich Luttensee
ist größtenteils Sperrgebiet und Übungsgebiet für die Soldaten die bei zukünftigen Auslandseinsätzen ausrücken müssen. Es ist sehr fraglich, in wieweit das Bundesverteidigungsministerium einer Änderung der Flächen zu Sondergebiet Hotel zustimmen würde. Ebenfalls ein jahrelanges Ringen um Flächen und Bebauung.
Planschbecken - neues Hallenbad
Es wäre sinnvoll, über ein neues attraktives Hallenbad mit Freibad nachzudenken. Hierüber einen Bürgerentscheid anzustreben wäre ein guter Weg. Dann könnte jeder, der noch nie im alten Hallenbad beim Schwimmen war und somit indirekt auch an den hohen Defiziten mitgewirkt aber dafür Steuern bezahlt hat, für ein tragfähiges „Hallenbadkonzept mit Freibad“ abstimmen. Dann gäbe es im Nachhinein nichts auszusetzen an dem „Planschbecken“ das nur noch die Hälfte Unkosten mit sich bringt, aber für die „Nichtschwimmer“ ausreichen würde.
Strukturen im Fremdenverkehr und Einzelhandel
Die Struktur ist einfach erklärt. Das Verhältnis zwischen „Kleinanbietern -sprich Ferienwohnungen und Kleinpensionen“- gegenüber Hotelunterkünften ist nicht ausgewogen. Das Verhältnis 70 % Kleinanbieter zu 30 % Hotelerie ist nicht stimmig. Das Urlaubsklientel ist einseitig und somit größtenteils „Supermarkt“ orientiert. Der Einzelhandel ist dadurch gezwungen, seine Warenangebote und alles was damit zusammen hängt auf dieses Klientel abzustimmen. Eine Ausgewogene Gästestruktur würde hier Veränderung bringen. Auch für die Gastronomie.
Synergie-Effekte
Unbestritten und nachvollziehbar sind die Auswirkungen eines Hotels in der Größenordnung.
Es ist nicht auszuschließen, dass sich Gäste des 5 *Hotels bei einem Wiederbesuch Mittenwalds in modernisierte Pensionsbetriebe oder modernisierte 3-4* Hotels begeben.
Konkurrenz belebt das Geschäft. Modernisierungen anderer Betriebe und Einzelhandelsgeschäfte sind zu erwarten. Das sind keine „Wunschgedanken“. Ebenso Schaffung von neuen Arbeitsplätzen auch in anderen Bereichen. Die Gemeinde kommt in Zugzwang auch das Wandergebiet Kranzberg mit modernen Beförderungsmittel und Zubringer auszustatten. Das verbesserte Image des Ortes verstärkt die Investitionstätigkeit in vielerlei Hinsicht. Die dadurch generierten Mehreinnahmen für die Gemeinde durch modernisierte Beherbergungsbetriebe - bessere Kategorisierung - geben nicht nur der Gemeinde wieder Planungssicherheit für Investitionen und Verbesserung der örtlichen Infrastruktur. Somit sind Synergie-Effekte unausweichlich.
Investor
Warum sollte sich ein Investor schon im Vorfeld zum Bau eines 45 Mio/€ Hotels äußern. Es ist doch zu allererst Aufgabe der Gemeinde und der Behörden, die Voraussetzungen dafür zu schaffen um dann einem potenziellen Interessenten die Möglichkeit an passendem Ort zu bieten, ein wirtschaftlich tragbares Hotel zu bauen. Gleich wichtig ist ein seriöser, international tätiger Betreiber.
Hier von Abschreibungsmodell zu sprechen ist sehr fahrlässig und inakzeptabel. Selbst wenn die Herrn Küffler und Knilling hier dem Gemeinderat und somit auch dem Bürgermeister die Fähigkeit der Einschätzung der Personen nicht zumuten, gäbe es vor einer Baugenehmigung immer noch die Möglichkeit Fachleute zur Überprüfung heran zu ziehen. Populistische Aussagen dass der Bürgermeister die Bürger für „unmündig“ einschätzten könnte, kommen nicht gut an und sind Aussagen unter der Gürtellinie
Wollen Sie das für Mittenwald (+ Bild)
Schlechte oder nicht ausgefertigte Animationen können kein endgültiges Bild abgeben. Die „Macher“ werden sich aber sicherlich schnell was einfallen lassen um den Bau in seiner Darstellung besser an den Mann zu bringen.
Das Bild jedenfalls trägt hervorragend dazu bei, die Bevölkerung auf einen „Monsterbau“ einzustimmen. Es ist hier sicherlich Aufgabe der Planer, die Gestaltungsmöglichkeiten vorteilhafter darzustellen.
Bauvorschriften
Eine Bauvorschrift wird dann aufgehoben wenn sie der Umwelt - siehe vermehrte Solardächer - oder wirtschaftlichen Notwendigkeit in ausgewiesenen Sondergebieten Vorrang einräumen muss. Der Charakter der Häuser hat sich bereits massiv verändert. Lediglich der Ortskern - Obermarkt, Gries, Untermarkt - die alten Ortsbereiche sind „schutzwürdig“.
Die bereits abgerissene alte, kalte, viereckige Schule und das in die Jahre gekommene Hallenbad, haben keine Schutzwürdigkeit vorgewiesen. Sie waren und sind Zweckbauten die den „Ortskern“ nicht im geringsten beeinflusst haben. Sie haben aber zu gut zwei Drittel das gesamte Gelände beansprucht und nur Kosten verursacht. Daran solle man sich erinnern.
Rückgang der Übernachtungszahlen
Der Rückgang der Übernachtungszahlen ist teilweise auf wirtschaftliche Entwicklungen in Deutschland, als auch auf rückläufige Besucherzahlen in den 90iger Jahren nach der Wende, zurück zu führen. Zudem es die „Regierungen Mittenwalds, der letzten 20 Jahre“ versäumt haben über Defizite gegenüber Konkurrenzorte und Regionen nachzudenken. Erst externe Berater und eine kleine Minderheit des Gemeinderates, zudem Küffler, Merk, und Knilling gehörten, hatten hier Weitblick erkennen lassen. Eine Mehrheit für wichtige Sachthemen die von langfristiger Bedeutung gewesen wären, war leider nicht möglich. Wir, der BDS Mittenwald, haben in der Vergangenheit darüber ausführlich geschrieben und Neuorientierung angemahnt und um Änderungen gekämpft. Jetzt erst geht die Saat allmählich auf.
Bürgermeisteramt
Die Ortskernsanierung - wie schön oder kitschig sie auch sein mag - ist nicht alleine auf dem Ideenreichtum des alten Gemeinderates und der Vorgänger von BGM Hornsteiner gewachsen, sie war ein notwendiger Schritt deshalb, weil die Gemeinde viel Geld verloren hätte, das von der Städtebauförderung vom Staat und Land bei versagen der notwendigen Sanierungsmaßnahmen nicht zur Auszahlung gekommen wäre. Die Gemeinde war förmlich gezwungen etwas zu unternehmen. Der Dorfcharakter wird nicht durch das „neue Hotel“ torpediert, sondern hat bereits durch den sterilen Bachlauf und unkontrollierte, maßlose Gestaltungsfreiheit einiger Einzelhändler und Gastronomen gelitten.
Der schnelle Rückzug aus der Gemeindepolitik durch Herrn Küffler ist zu bedauern. Hätte doch er und seine damalige Bürgerunion ausreichend Möglichkeiten gehabt sich bei örtlichen Baumaßnahmen im Orskern und der misslungenen „Prospektgestaltung“, gut einzubringen.
Fazit: Die Gestaltung des neuen Hotels, ist modern, zweckmäßig und für den Betreiber wirtschaftlich akzeptabel und sicherlich ertragsreich. Für die Gemeinde Mittenwald von internationaler Bedeutung. Der Geigen- und Instrumentenbau in Mittenwald gerät wieder in den Vordergrund und bereichert durch die Möglichkeit zielorientierter Veranstaltungen, Konzerte, Kongresse und Wettbewerbe, das touristische Geschehen in und um Mittenwald herum. Lassen wir die Zukunft gemeinsam durch den Bau des Hotels einziehen.
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