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Bürgermeister will Investor vorstellen

22.11.10 MM Artikel – Bürgermeister will Investor vorstellen

 

Die Zeit des Taktierens ist vorbei. Jetzt werden die Karten auf den Tisch gelegt. Soll heißen: In der Debatte um das Fünf Sterne-Hotel gehen die Rathaus-Oberen in die Offensive. Sie rufen für 1. Dezember zu einer Info-Veranstaltung. Dabei soll der Name des Geldgebers gelüftet werden.

 

VON CHRISTOF SCHNÜRER

 

Mittenwald - Im Mai 2009 hatte er in der TSV-Halle einem erstaunten Publikum seine Hotelpläne präsentiert. 600 Mittenwalder waren damals gekommen. Und so viele sollen es am Mittwoch, 1. Dezember, mindestens wieder sein. Dann ruft Bürgermeister Adolf Hornsteiner (CSU) zu einem weiteren Informationsforum in den Veranstaltungssaal (19.30 Uhr). „Dabei wird vieles klargestellt", kündigt das Gemeindeoberhaupt an.

 

Rückendeckung sollen ihm dabei Landrat Harald Kühn (CSU) und der große Unbekannte geben - sprich: der Investor des 45-Millionen-Euro-Vorhabens zwischen Bahnhof- und Dammkarstraße. Ihn will Hornsteiner in neun Tagen den Mittenwaldern präsentieren. Der bis dato vorsichtig agierende Bürgermeister geht nun also voll in die Offensive. Das mag vor allem an dem jüngsten Info-Blatt der Hotelgegner um die beiden ehemaligen Gemeinderäte der Bürgerunion, Dietmar Küffler und Sepp Knilling, liegen, die einen Bürgerentscheid zur geplanten Luxus-Herberge anstreben. Darin steht unter anderem: „Welche Gründe zwingen einen Bürgermeister, den Investor zu verheimlichen?" Weiter ist zu lesen: „Ist der Investor nicht seriös? Ist der Investor nicht liquide? Ist es einer dieser Finanzhaie, die nur ein Abschreibungsobjekt brauchen?" Möglicherweise sei überhaupt kein Geldgeber vorhanden.

 

Mit diesen Spekulationen will Hornsteiner am 1. Dezember endgültig aufräumen. Der Rathauschef geht sogar davon aus, dass sein „Geschäftspartner" persönlich in der TSV-Halle anwesend sein wird. Flankiert soll er von Landrat Kühn werden. Dieser soll sich nach dem Scheitern der Hotelpläne in Garmisch-Partenkirchen und Farchant nun ernsthaft Sorgen machen, dass auch in Mittenwald ein Fiasko droht. Was für die Fremdenverkehrs-Region zwischen Staffelsee und Karwendel fatal wäre, da ist er sich mit seinem Mittenwalder Parteifreund einig. „Dann nämlich stellt sich die Frage", sinniert Hornsteiner, „wohin geht unser Tourismus?"

 

Im Gegensatz zu Küffler und Co., betont der Rathauschef, werde er am 1. Dezember keine Ängste schüren und nicht mit Un- oder Halbwahrheiten operieren. Denn schon lange geht es Hornsteiner gegen den Strich, wenn über den Standort, die Größe oder die Gestaltung des fünfgeschossigen Hauses - 242 Betten, 100 Zimmer, 20 Suiten, 1300 Quadratmeter Spa-Bereich, Tiefgarage und Theatersaal - an diversen Stammtischen gefachsimpelt, vor allem aber ins Blaue hinein spekuliert wird. Damit solle nun endgültig Schluss sein. Und der Bürgermeister verspricht noch mehr: „Es wird ein hochinteressanter Abend werden."

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Kommentar von Josef Brandner | 22.11.2010

Ich möchte unseren Bürgermeister aufmuntern, den absolut notwendigen Weg weiter mutig zu beschreiten. Kritische Fragen sind notwendig, sie sollten aber ein gewisses Niveau haben und über Spekulationen hinaus gehen. Ich bin absolut für das Projekt.