BDS-Bericht über den Informationsabend vom 01.12.2010 in der TSV Halle
Informativ - aktuell - zukunftsweisend
So meine sehr geehrten Damen und Herren, kann man den Informationsabend unseres Bürgermeisters bezeichnen. Es fehlte an keinen Antworten, was den angestrebten Hotelbau betrifft. Herr Bgm. Hornsteiner beschrieb den IST-Zustand und leitete über in die zu bearbeitenden Wünsche der Zukunft, die von der Behörde, als auch vom Gemeinderat und „seiner Wenigkeit“ wie er beliebt zu sagen, erarbeitet und erledigt werden sollte. Dass hierzu auf Grund der fehlenden Steuereinnahmen bzw. Ausfälle die Generierung neuer Einnahmequellen dringend erforderlich sind, betonte er ausdrücklich. Keine Möglichkeit mehr sieht er bei Einsparungen was Personal in seinem Haus anbelangt. Die Möglichkeiten sind ausgeschöpft. Steuererhöhungen wie z. B. die Grundsteuer, die bereits mit 490 Punkten mit die höchste im Landkreis ist, lehnt er ab.

Sehr interessant war auch das Zahlenmaterial, das auf einer großen Leinwand den ca. 500 Besuchern vorgelegt wurde. Um es auf einen einfachen Nenner zu bringen und wie schon von uns des Öfteren beschrieben, stimmt das Verhältnis der Unterkünfte zwischen Hotelerie, Pensionen und Privatvermietern nicht überein. Das 70 % Ferienwohnungs- gegenüber ca. 30 % Hotelerie-Verhältnis, ist für eine Weiterentwicklung des Ortes nicht förderlich. Vorgelegt wurden u. a. auch die Übernachtungszahlen bzw. die Rückläufige Entwicklung seit 1990. Allseits bekanntes Material, das zu denken gibt. Ebenso die Demographische Entwicklung in Mittenwald.
Großer Besucheranstrom in der TSV Halle


Aber nicht in der Vergangenheit liegt die Zukunft sondern in dem, was in nächster Zeit getan werden kann und verfolgt werden muss. So der Tenor unseres Ortsoberhauptes. Dazu lieferte er auch entsprechendes Material bevor er auf den Hotelbau und die schwindelerregenden Spekulationen, auf die auch später der Marktbaumeister Bues verwies, einging. Die aktuellen Maßnahmen wie Isarverbauung (6,5 Mio), Lawinenverbauung, Schulsanierung usw. gaben einen Überblick darüber, was in der kurzen Zeit seiner Wahl von März 2008 bis heute bereits angekurbelt und bezüglich Kosten mit der bayrischen Staatsregierung, zu Gunsten Mittenwalds verhandelt wurde. Auch die Umstrukturierung in der Gemeinde selbst trägt zur Steigerung der Effizient maßgeblich bei. Er lobte nicht nur den „neuen Gemeinderat“ sondern auch die Mitarbeiter in der Behörde ausdrücklich.
Die anstehenden Zukunftsprobleme gilt es zu lösen. Hierbei verwies Bgm. Hornsteiner auch auf die Bildungsmöglichkeiten vor Ort. Es ist sein großes Anliegen, den Schülern in Mittenwald die Möglichkeit zu bieten, einen Realschulabschluss oder einen anderen Schulzweig beschreiten zu können. Der mittlere Bildungsweg sollte deshalb kein Tabu bleiben. Das würde bedeuten, dass die Schüler der Alpenwelt-Karwendel nicht alle nach Garmisch-Partenkirchen in die höheren Schulen transportiert werden müssen. Dies dürfte jedoch ein Thema für sich werden.
Herr Landrat Kühn wies auf die Wichtigkeit eines „Leuchtturmprojektes“, wie es ein 5 Sterne-Hotel darstellen kann hin. Er verwies auf die Leistungen des Landkreises und den Bemühungen, Wirtschaftsförderung noch ausgiebiger betreiben zu wollen. Die in nächster Zeit entstehende Erweiterung der Geigenbauschule, in der Kostengröße von 5 Mio. €, ist nur ein Beispiel der Bemühungen zur Unterstützung Mittenwalds. Die Förderungen durch „Euregio“ z. B. Leutaschklamm, fand ebenso Erwähnung wie andere, für die Entwicklung förderliche Objekte.
Die vom BDS bereits aktuell und in der Vergangenheit beschriebenen Punkte, wurden durchwegs und ausführlich vorgetragen. Wir sehen uns durchaus bestätigt in unserer jahrelangen Arbeit um Veränderungen und Entwicklung für Mittenwald. Der Unterstützung der BDS-Mitglieder sei hier Dank ausgesprochen für ihre Treue.
Die steuerlichen Ausfälle sind gravierend. So verzeichnen wir einen Rückgang der Einkommenssteuer von 1990 bis 2010 um 23.5 %. Dies deutet auch gleichzeitig auf einen großen Verlust hin, was die Kaufkraft der Bevölkerung anbelangt. Wen wundert´s, bei ca. 48 % Übernachtungsrückgänge.
Rückgang der Sozialversicherungsbeiträge, Kosten des Hallenbades mit jährlich 600 ts. € usw. usw. An ein neues Hallenbad seitens der Gemeinde ist nicht zu denken.
Hierauf ging der BGM ein und zeigte gleichzeitig auf, dass die kleinere Version, die mit dem Investor bereits besprochen sei, eine Möglichkeit darstellt, dass Mittenwald auch weiterhin ein, wenn auch etwas kleineres, aber mit Wellness-Bereich ausgestattetes Hallenbad, für Gäste und Einheimische erhält. Natürlich nicht kostenlos, aber wesentlich günstiger. Zudem reduzieren sich die jährlichen Aufwendungen auf ca. 300 ts. €.
Die „Mitbenutzung“ eines Veranstaltungsaales im „neuen“ Hotel, ist ein weiterer Schwerpunkt der Einsparung. So können zukünftig Veranstaltungen sowohl separat, als auch in Zusammenarbeit mit dem Hotelmanagement durchgeführt werden. Anmerkung: Ein von Seiten der Gemeinde zu errichtender Veranstaltungssaal würde je nach Ausstattung wohl um die 3-4 Mio. €uro kosten.
Die Katze aus dem Sack gelassen hat der Bürgermeister mit einer Live-Video-Schaltung nach Berlin. Die Investoren gaben sich dank der Technik, über die große Leinwand, den Besuchern vorgestellt. Hier sei Herrn Matthias Höller, EDV Spezialist der Gemeinde, gedankt, der dies in Windeseile ermöglicht hatte.
Keine Unbekannten im Isartal aber doch nicht auffällig, so könnte man die Familie Berrendorf bezeichnen. Sind sie doch schon lange im Isartalbereich unauffällig zu Hause, wie sich heraus stellte. Wallgau ist die bevorzugte Feriendestination der Familie. In dem Ort haben sie auch Immobilienbesitz. Eine Überraschung war das allemal. Herr Peter Berrendorf ist bei IBM im Managerbereich tätig. Sein Sohn Patrick Berrendorf ist als angehender Hotelmanager noch dabei ausreichend Erfahrung zu sammeln und als Geschäftsführer der ID Projektenwicklungs-GmbH eingesetzt. Die Familie besteht aus 4 Kinder und den beiden Eltern. Eine ganz „einfache Familie“ mit Bodenständigkeit. Die Finanzierung ist laut Aussage über Leinwand soweit gesichert und es werden überwiegend Eigenmittel eingesetzt.
Letztlich wird es sich um eine Gesellschaft handeln, die sich aus verschiedenen Personen und Persönlichkeiten zusammen setzt. Das genaue Konstrukt ist noch nicht offenbart.
Man kann der Familie und den Beteiligten an der Gesellschaft nur viel Erfolg wünschen.
Interessant war auch der Vortrag von Herrn Dr. Edlinger, dem Beisitzer des Hotel-Kranzbach. So betrachtete er die gute Zusammenarbeit mit Elmau in vielerlei Hinsicht für Konstruktiv und förderlich. Spart man doch in gewissen Bereichen wie Wäscheservice, Müll und bei weiterer Möglichkeiten der Zusammenarbeit, Geld. Das ließe sich auch mit einem 5 Sterne-Hotel in Mittenwald durchführen. Also Kooperation, nicht Konfrontation oder Geschäftsneid. Den Seminartourismus, als auch die notwendige Ausbildung von Fachkräften, die im Landkreis leider noch gar nicht vorhanden sind, sprach Dr. Edinger an. Er betonte auch die damit verbundene Bereitstellung von Arbeitsplätzen. Die Folge hieraus wäre auch im Wohnungsmietmarkt nicht zu übersehen.
Die in der Vergangenheit für die Hotelerie zu hohen 19 % Mwst., die ja mittlerweile gesenkt wurde, ist ein wichtiger Aspekt für die Investitionsfreudigkeit geworden. Er, als auch andere im Isartal, haben bereits diesen Vorteil genutzt und investieren in die Zukunft.
Er bedauerte dass das Verkehrsaufkommen nach Elmau sich für die Klaiser doch auch negativ auswirke. Dies ist aber auch der Preis für die Zukunftsentwicklung, die von der Bevölkerung allgemein mitgetragen werden müsse. Auf die Ökologie wurde auch bei seinem Bau geachtet was die Umgebung des Hotels positiv beeinflusst.
Herr Edinger betonte auch die unterschiedlichen Kategorien und Ausrichtungen eines Hotels. So will der eine Gast die Ruhe pur, der andere eben das Flair eines Zentrums. In dem Zusammenhang verwies er auch auf die Vorteile für die Geschäftswelt und Gastronomie in Mittenwald. Die Mischung macht´s.
Vier harte Jahre habe Kranzbach jetzt hinter sich gebracht. Das Investitionsvolumen liegt bei ca. 25 Mio./€, d. h. dass für jede Wohnung im Hotelbereich ca. 250 ts. €uro investiert wurden. Von den Problemen mit Denkmal- und Naturschutz nicht zu reden. Das Hotel beschäftigt 90 Mitarbeiter. Die Auslastung beträgt 75 % ! Die Wochenenden sind ausgebucht. Während der Woche wären noch Kapazitäten frei. Für Marketingmaßnahmen wurden in den 4 Jahren ca. 900 ts. € ausgegeben.
Das hat die Alpenwelt-Karwendel Destination nicht geschafft. Abgaben an die öffentliche Hand ca. 200 ts. €.
Wobei von deren Seite nicht all zuviel zum Gelingen des Objekts beigetragen wurde, außer die übliche Behördenprozedur.

Herr Marktbaumeister Bues zeigte noch einmal ausführlich die unterschiedlichen Gestaltungsmöglichkeiten des Hotels anhand von Animationen, wobei er ausdrücklich betonte, dass dies noch nicht der Weisheit letzter Schluss sei. Es wurde jedenfalls alles geprüft und durch Gutachten belegt, damit die Nachbarn und die Umgebung nicht über Gebühr belastet wird. Es wurde auf alle Belange der umliegenden Bewohner und deren Bauten - Verschattung durch den Hotelbau - eingegangen. Auch weiterhin ist die Gemeinde und sind die Planer damit beschäftigt, den Bau so gut und belastungsfrei als möglich, zu errichten. Er informierte über die Mitbenutzung des Veranstaltungssaales und dessen separaten Zugang, wodurch die Bewohner des Hotels nicht tangiert würden.
Gestaltungsmöglichkeit

Lageplan des Hotels

Gestaltungsmöglichkeit

Die anschließende Möglichkeit Fragen an den BGM zu stellen wurde von 3 Personen genutzt. Dies zeigte die allgemeine Zufriedenheit der Besucher mit den Informationen. Herr BGM Hornsteiner betonte noch einmal, dass jeder Bürger, sich auch weiterhin in der Gemeindeverwaltung, über das Bauvorhaben Hotel informieren kann. Es wird auch in Folge Informationsveranstaltungen geben.
Fazit: Eine durchaus gelungene Vorstellung mit viel Zahlenmaterial, Argumenten und Befürwortung des Objektes.
Weitere Information und Bilder Über das geplante Hotel und den weiteren Verlauf finden Sie in den dafür vorgesehenen Bereichen unserer BDS-Homepage.
Einen Kommentar schreiben