Alle Geschütze aufs „Flaggschiff“ gebracht
30.11.10 Zeitungsbericht MM-Tagblatt
Alle Geschütze aufs „Flaggschiff“ gebracht
Die Mittenwalder fiebern dem Tag der Wahrheit entgegen. Denn am Mittwochabend will Bürgermeister Adolf Hornsteiner (CSU) in puncto Hotel einige Geheimnisse preisgeben. Nicht zuletzt deshalb wird mit einem riesigen Ansturm auf die TSV-Halle gerechnet.
VON CHRISTOF SCHNÜRER
Mittenwald - Seit zweieinhalb Jahren zieht Adolf Hornsteiner im Mittenwalder Rathaus die Fäden. Morgen (19.30 Uhr TSV-Halle) steht der 49-Jährige vor seiner bislang größten Herausforderung. Denn gibt es bei der Bürgerinformation „Hotelprojekt Mittenwald 2010" nicht die richtigen Antworten auf wichtige Fragen, könnte - die Stimmung im Ort kippen. Doch das will Hornsteiner, dem in Sachen Hotel eh schon ein Bürgerentscheid droht, unter allen Umständen verhindern. „Daher gehe ich mit dem notwendigen Ernst, aber auch Gelassenheit in die Veranstaltung." Auftritte vor großem Publikum ist der Mann von der Zithermusi Hornsteiner ja gewohnt.
Der Zeremonienmeister will jedenfalls nichts dem Zufall überlassen - vorallem nicht jetzt, wo Hotelgegner fleißig Unterschriften sammeln. So reist am Mittwoch nicht nur der bis dato unbekannte Investor des. 45-Millionen-Euro-Vorhabens aus dem Hohen Norden an, sondern melden sich auch andere Hochkaräter zu Wort: Zum einen Landrat Harald Kühn (CSU), der in bekannter Manier den regionalen Aspekt des ehrgeizigen Projekts herausarbeiten wird, zum' anderen Jakob Edinger. Der Tiroler Tourismus-Experte, der im Frühjahr sein Refugium „Das Kranzbach" dank respektabler Nachfrage erweitern wird, soll als ausgewiesener Insider die Wichtigkeit der Mittenwalder Hotelpläne herausarbeiten. So sieht es zumindest die Rathaus-Regie vor.
Nach eineinhalb Jahren – meldet sich nun auch Mittenwalds Tourismus-Direktor Klaus Ronge zu Wort. Bis dato eher zurückhaltend schlägt er geradezu pathetische Worte an. Denn: „Wenn dieses Hotelprojekt scheitert, werden wir auf Jahre hinaus keine Chance mehr haben, ein ähnliches Projekt realisieren zu können". Schlimmer noch:
„Die -Investoren werden sich aus Mittenwald und auch aus der Region zurückziehen, weil sie auf Dauer verständlicherweise keine Lust haben, gegen andauernde Widerstände zu kämpfen." Mit einem „Flaggschiff"-Betrieb hätte man jedoch die Chance, „verloren gegangenes Terrain zurückzugewinnen". Auch der „Anti-Fraktion" um Dietmar Küffler gibt Ronge noch etwas mit auf den Weg: „Ich bin zuversichtlich, dass die Bürger Mittenwalds die Eigeninteressen der Projektgegner durchschauen".
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